30.11.2017  

Ab wann wird dem Bürger Verarschung endlich bewußt?

 
                     
 

Jamaika ist geplatzt, die GroKo wieder in Sicht - die Themen und Methoden der Bürgerverarsche sind geblieben:
Schnelles Internet für alle, ein schnelleres Handynetz, Solidarität und Gerechtigkeit.
Was ist dran an den viel gepriesenen Neuerungen?
 

 
 

Schnelles Internet für alle...
Die staatseigene Bundespost hat jahrzehntelang technische Entwicklungen als Monopolist nicht nur verschlafen, sondern regelrecht ignoriert - getreu dem Motto:  "Wo wir sind ist oben!!!"

 
     
  Erinnern wir uns an die TV-Serie "Dallas":
Wir sahen 1981 wie J. R. Ewing  bereits mit einem
weißen Schnurlos-Telefon mit Tastatur über die
 Southfork-Ranch latschte - während bei uns
auf der Kommode neben dem TV-Gerät ein
 grünlicher Apparat mit Wählscheibe stand.
Es sollte noch 4 Jahre dauern, bis die Bundespost
mit dem Siemens SLT 45 endlich
das erste, schnurlose Telefon in Deutschland anbot.
 
 


Die "privatisierte" Telekom (Hauptaktionär: der Staat mit 31,9%) ist keinen Deut  besser.
Bereits im August 2015 versprach Verkehrsminister Dobrindt "schnelles Internet für alle" mit 50.000 kBit/s bis 2018
(die entsprechende Seite des Ministeriums ist mittlerweile gelöscht) und blies der Telekom Millionen Steuergeld in den Ar....
Was haben wir gelacht...

Aber halt - manchmal klappt es sogar:
In dem kleinen Ort Hohenwalde in der Uckermark müssen sich zwar das örtliche Zementwerk und die Einwohner mit einem Internetzugang mit max. 768 kBit/s herumärgern - aber es gibt in Hohenwalde 1 (in Worten: ein) Haus, das über einen Zugang mit sagenhaften 100.000 kBit/s (=100 MBit/s) verfügt:
Die Datsche der Familie A. Merkel! (Ein Schelm, der Böses dabei denkt).
 

 
 

Nun tönte es im Wahlkampf und danach: Schnelles Internet für alle mit 100 MBit/s, alles mit Glasfaser!
Über Details schwieg und schweigt man schamhaft.

Um Glasfaser zu nutzen, muss man aber auch Glasfaserzugänge (FTTH, Fibre To The Home) zur Verfügung haben!

 
  Wie die aktuelle Situation aussieht, zeigt die Grafik rechts.
Deutlicher kann man die Verschlafenheit und Ignoranz von Politik und Telekom
in einen High-Tech-Land wie Deutschland nicht dokumentieren!

Deutschland liegt in Europa mit 1,6% an Glasfaser angeschlossene Haushalte
an 25. Stelle von 26.
Lettland führt mit 45,2%, selbst Litauen lacht sich mit 40,3% noch über uns kaputt.

Besonders peinlich für uns sind die Zahlen aus Rumänien (31,7%) und Bulgarien (26,5%).
Das arme Rumänien hat also (prozentual gesehen) 20mal mehr Haushalte mit Glasfaser
versorgt als das reiche Deutschland - das nur viel von der Zukunft schwadroniert!
Zum vergrößern anklicken.

FTTH-Vergleich-EU.jpg

 
   
     
 

In dem Dobrindt-Papier ist nebulös von "flächendeckenden Glasfaserausbauabschnitten" die Rede - warum aber nicht einfach vom "ausbau", sondern von "ausbauabschnitten"?

 
 

Was ist damit gemeint? FTTH (Fibre To The Home) - Glasfaser bis in die Wohnung?
Nein! Gemeint ist FTTB (Fibre To The Building) - also Glasfaser in die Nähe des Hauses!
(Siehe Grafik rechts).

Da es kaum Leerrohre im Erdreich gibt, durch die man ein Glasfaserkabel ziehen könnte (wie gesagt: Vorausschauen ist für die Telekom ein Fremdwort), möchte die T-Com die vorhandenen Kupferleitungen auf der so genannten "letzten Meile", also vom Kabelverzweiger bis zum Haus und in die Wohnung,  nutzen.

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Vectoring01.jpg

 
   
 

Für ein Einfamilienhaus auf dem Lande (z. B. Merkel's Datsche, s. o.) ist das eine akzeptable Lösung und 100 MBit/s sind damit machbar  - mit zunehmender Länge der Kupferleitung und Anzahl der Anschlüsse nimmt aber die Daten-Transferrate deutlich ab.

 
     
 

Nur ist es leider in den Städten nicht so ideal-idyllisch wie bei Merkel's Datsche und deshalb will die T-Com das so genannte "Vectoring" einsetzten.
Beim Vectoring wird eine Art Datentransfermanagement angewendet, das die Datenpakete vom Glasfaserkabel immer über die momentan weniger belastete Kupferleitung schickt um so eine optimale Auslastung zu erreichen.

 
 

Der Nachteil:
Alle angeschlossenen Haushalte teilen sich quasi die am Verzweiger ankommende Glasfaserleitung, die mit den Kupferkabeln gesplittet wird -  die Endpoints beim Kunden sind so manchmal schneller und manchmal  langsamer.
Wirklich schnelle Zugänge im hohen MBit/s-Bereich für alle und gleichzeitig, sind so, abhängig von der Zahl der Haushalte und der Länge der Kupferkabel, nicht möglich.

Außerdem verhindert Vectoring den freien Netzzugang und den Grundsatz, dass jeder Provider sein Angebot dem Kunden unterbreiten können muss - auch über (angemietete) Leitungen der T-Com.

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Vectoring02.jpg

 
   
 

Für die T-Com ergibt sich somit beim Vectoring ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, denn:
Das Datenmanagement im Kabelverzweiger kann immer nur von einem Anbieter ausgeführt werden!
Und wem gehören die Kabelverzweiger (auch Knotenpunkte genannt)??? Richtig! Der T-Com!
Ein  Wechsel von der T-Com zu einem Wettbewerber ist übrigens beim Vectoring nicht mehr möglich!

Wettbewerber wie 1&1 müssten also eigene Glasfaserkabel am Kabelverzweiger vorbei bis in die Häuser verlegen.
Der Chef von 1&1, Dommermuth, spricht von einem klaren Wettbewerbsvorteil, den sich die T-Com mit Hilfe der Politik verschafft.

Selbst wenn mit den jetzt zu beschließenden (teuren) Maßnahmen ein Sprung nach vorne gemacht wird:
In ein paar Jahren stößt das Vectoring wiederum an seine Grenzen und die anderen Länder sind wieder und weiter davon gezogen.
Innovation made in Germany.

 
     
     
 

Digitalisierte Verarsche.
Alle schwärmen von der Digitalisierung und tun so, als ob das unser Leben lebenswerter machen würde.

Brauche man wirklich IoT (Internet of Things)?
Einen Kühlschrank, der feststellt, dass die Milch alle ist und diese eigenständig bestellt? Wir aber am nächsten Tag in Urlaub fahren?
Einen Rolladen, den man per Smartphone-App hoch und runter fahren kann? Was auch per Knopfdruck möglich wäre?
Braucht man wirklich "Alexa" oder "Echo"? Sprachboxen die auf Zuruf den Fernseher lauter stellen - die aber die ganze Zeit jedes gesprochene Wort im Raum mithören - und niemand weiß, wer per "Alexa" oder "Echo" mithört?

Überhaupt werden Themen hoch gejazzt, die in der industriellen Produktion vielleicht Sinn machen, für den Normalbürger aber keine Relevanz haben.
Wer möchte schon ein selbstfahrendes Auto ohne jeden Fahrspaß? Da kann man auch den Bus oder die Bahn nehmen.
Mit IoT wächst die nächste Finanzblase - ihr platzen ist absehbar.

 
         
 

Aber was steckt wirklich hinter der politischen, allgegenwärtigen Forderung "Digitalisierung"?

 
 

Man versucht uns jeden Blödsinn als erstrebenswert zu verkaufen
- für den Bürger wirklich wichtige Innovationen werden aber nicht für notwendig erachtet.

Nutzen für den Bürger? Vergesst es - Digitalisierung zielt vornehmlich auf Handynutzung.
Der Ausbau eines schnellen Handynetzes ist für unsere Pseudo-Eliten wichtig um eine Generation von unkritischen Halbwissenden heranzuziehen, die ihre "Informationen" aus, von genau denselben "Eliten" zensierten, Medien wie Facebook & Co. bezieht und kritische Magazine wie z. B. CICERO ignoriert (zumindest solange es die noch gibt).

 
 

Im Zusammenhang mit unserem maroden, kaputt gespartem Bildungssystem wird eine Generation der Loser geformt.
Sie taugt aber (und das ist gewollt) als billigste (!) Arbeitskräfte (zusammen mit den "Hilfesuchenden") und die wenigen, notwendigen Spezialisten holt man sich preiswert aus ärmeren Ländern. Die fehlen zwar dort, deren Ausbildung hat uns aber nichts gekostet.

Obwohl alle Parteien von einer Anhebung des Mindestlohnes plärren, werden die Stimmen der Industrie-Lobbyisten immer lauter, die die Aussetzung des Mindestlohnes für die "Hilfesuchenden" fordern - natürlich nur aus "humanitären Gründen" um diese in Arbeit zu bringen.
Das hat natürlich nichts mit Lohndumping zu tun (für deutsche analphabetische Hauptschüler fällt ihnen bestimmt eine ähnliche Verlogenheit ein).

 
     
     
 

Europäische, oder gar globale Solidarität ist ein weiteres Manifest der Verarsche,
das sich in der viel genannten sozialen Gerechtigkeit fortsetzt.

Jeder (mit Ausnahme der Politiker), der den Begriff "menschliche Natur" schreiben kann, weiß , dass es so etwas nur im kleinen Kreis geben kann.
Denn je größer eine Gemeinschaft wird, desto mehr Egoisten finden sich, die sich unter diesem Deckmantel einen persönlichen Vorteil verschaffen.

Das beste Beispiel ist der Kommunismus:
Die Idee "Alle besitzen dasselbe und alle sind gleich" klingt bestechend - ist aber wider die menschliche Natur und daran letztendlich auch gescheitert.
Wenn 2 für die gleiche Arbeit immer gleich entlohnt werden, wird der Faule sich sagen: "Wenn ich weniger tue, bekomme ich trotzdem das Gleiche" - und weniger tun.
Und der Fleißige wird sich sagen: "Warum soll ich mehr als der tun, ich bekomme ja nicht mehr" - und auch weniger tun.
Das Resultat sieht man am Bankrott der kommunistischen Staaten, die nur per Diktatur eine zeitlang am Leben erhalten werden konnten und können.

Trotzdem werden unsere politischen Luftpumpen nicht müde, "Solidarität" und "soziale Gerechtigkeit" zu predigen und (angeblich) herbeiführen zu wollen - wohl wissend, dass sie
a.) einen Popanz beschwören und b.) diejenigen sind, die die gepredigten Prinzipien für sich selbst außer Kraft setzen..
Und das ist ein weiterer Teil der Bürgerverarsche.